ISLAND MAI – JUNI 2025
interaktion mit schwarzem lavasand am ufer eines flusses nähe husafell. kurz nach der fertigstellung fing es heftig an zu regnen.
sand und spiegel
eis und spiegel

ISLAND MAI – JUNI 2025
interaktion mit schwarzem lavasand am ufer eines flusses nähe husafell. kurz nach der fertigstellung fing es heftig an zu regnen.
sand und spiegel
eis und spiegel
tief beeindruckt von den begegnungen mit mehreren gletschern, deren stilles schmelzen mir die unausweichlichkeit tiefgreifender klimaveränderungen greifbar macht, halte ich eine eiskugel in meinen händen. die kugel schmilzt aufgrund meiner körperwärme und meine hände werden immer kälter. ich wollte sie so lange wie möglich in meinen händen halten, um die kälte zu ertragen. dieses video wird vom klang der tropfen des schmelzenden myrdalsjökull-gletschers begleitet.
spiegel sind symbole für reflexion, selbstbewusstsein und selbstbeobachtung. in früheren arbeiten mit spiegeln habe ich mich selbst in der natur reflektiert, indem ich mehrere spiegel so platziert habe, dass sie mich aus einer bestimmten position reflektierten.
in island werde ich selbst zum spiegel, identifiziere mich mit ihm und halte ihn der frühlingshaften umgebung entgegen, um sie zu reflektieren und mit ihr zu interagieren. die position der kamera wird zu einem bezugspunkt, der auch die rezipient*in miteinbezieht.
ich öffne und schliesse zwei spiegel wie ein buch.
auf den spiegeln steht mit schwarzem sand geschrieben: look back in time/the opposite is true die beiden spiegel spiegeln sich dabei gegenseitig in einer unendlichen reflexion.
das kritische hinterfragen der vermeintlich abgeschlossenen erzählung der vergangenheit eröffnet eine radikale erneuerung in der gegenwart. die vergangenheit ist nicht vollendet, sie ist aktiv aufzugreifen und neu zu interpretieren. die gegenwart ist keine aneinanderreihung von fragmenten, sie ist die aktuellste chance auf veränderung.
ich nehme inmitten von verstreuten, schwarzen buchstaben platz und beginne, einzelne davon mit einer weissen feder zu entstauben und aneinanderzulegen.
the presence
auf einem grossen, bildfüllenden spiegel mit goldrand, der auf dem boden liegt, stehen aus schwarzem lavasand zwei worte geschrieben: links steht „the past“, rechts steht „the future“. ich trete ins bild und sammle mit beiden händen den sand ein, die worte verschwinden und verwandeln sich, sie könnten nun als flügel oder gesichter gelesen werden. ich hebe meine hände mit dem eingesammelten sand in die richtung zur kamera und dann rieselt mir dieser durch die finger, zurück auf den spiegel.
diese arbeit steht als bild für den gegenwärtigen moment, und bietet gleichzeitig ein rahmensprengendes element.
interaktion mit einem rostigen objekt nähe husafell.

eis 2026